Food Talk mit Daniela von „danielas foodblog“

Es ist Mittwoch, das heißt es ist Zeit für unseren wöchentliche „Food Talk“!
Zunächst möchte ich mich kurz bei allen bedanken, die mir eine positive Rückmeldung zu dieser neuen Reihe gegeben haben. Es freut mich, dass es gut bei euch ankommt! Ich selbst finde diese kurzen Interviews sehr aufschlussreich, denn man lernt durch die jeweiligen Spezialgebiete, welche die Foodies haben, immer wieder Neues dazu.

So ging es mir zum Beispiel auch nach dem Gespräch mit unserem heutigen Gast. Begrüßt mit mir Daniela vom Blog danielas foodblog.

Food Talk "danielas foodblog"

Bis vor kurzem kannte ich Danielas Blog noch gar nicht. Durch Zufall bin ich dort gelandet und habe mich genauer umgeschaut. Immer wieder tauchte ein Begriff auf, mit dem ich persönlich nichts anfangen konnte und es stellte sich heraus, dass das Danielas Schwerpunktthema ist. Da ich mir vorstellen könnte, dass ich nicht die Einzige mit dieser Wissenslücke bin, habe ich sie heute hier eingeladen und ihr Fragen zu diesem und anderen Themen gestellt:

  1. Liebe Daniela, wenn man sich auf deinem Blog umschaut, da springt einem gleich das Wort „Histamin“ ins Auge. Lactose-Intoleranz und Glutenunverträglichkeit hört man heutzutage oft. Was ist aber eine Histamin-Intoleranz und beeinträchtigt dich das in deinem Alltag stark?

    Eine Histamin-Intoleranz ist eine Stoffwechselstörung, bei der man als Betroffener das Histamin im Körper nicht schnell genug abbauen kann. Histamine sind in jedem Lebensmittel enthalten, mal mehr und mal weniger. Der Histamin-Spiegel muss bei einer Histamin-Intoleranz immer recht niedrig gehalten werden, da der Körper das Histamin nicht mehr ausreichend bzw. weniger schnell abbauen kann und bei einem hohen Histamin-Spiegel allergieähnliche Symptome auftreten können.

    Die Symptome sind dabei total unterschiedlich und reichen von Schwindel, über Juckreiz bis hin zu Magen-Darm-Beschwerden oder Triefnase. Eine Histamin-Intoleranz beeinträchtig im Alltag leider recht stark, da es zum einen keine Ersatzprodukte wie bei Laktose- oder Gluten-Unverträglichkeit gibt und darüber hinaus viele sehr unterschiedliche Lebensmittel nicht vertragen werden. Es gibt also wenig klare Regeln und man muss als Betroffener sehr viel austesten. Wichtig ist vor allem, auf Zusatzstoffe zu verzichten und möglichst frisch zu kochen.

    Es gibt einige sehr bekannte histaminreiche Lebensmittel (zum Beispiel Tomaten), die niemand mit Histamin-Intoleranz verträgt. Darüber hinaus reagiert aber jeder Mensch ein wenig anders und das Testen der verträglichen Lebensmittel kosten am Anfang sehr viel Zeit und Nerven. Neben dem Verzicht auf histaminreiche Lebensmittel gibt es zudem noch Histaminliberatoren. Das sind Lebensmittel, die zwar an sich wenig Histamin enthalten, aber den Abbau im Körper zusätzlich hemmen, so dass auch diese möglichst vermieden werden sollten.

    Was mich im Alltag allerdings am meisten beeinträchtigt hat ist die Tatsache, dass man Gerichte bei Histamin-Intoleranz nicht erneut erwärmen kann. Das Problem dabei ist, dass selbst histaminarme Lebensmittel beim erneuten Erwärmen stark histaminhaltig werden, so dass diese dann wiederrum Symptome hervorrufen könnten.
    Es ist also nicht möglich Essen vorzukochen und abends zu erwärmen, oder am nächsten Tag zu essen. Das hat meinen Alltag und meine Essensplanung eigentlich am meisten beeinflusst.

    Mittlerweile habe ich dank Eliminationsdiät und Ernährungstagebuch herausgefunden, worauf ich reagiere und kann mich außerdem glücklich schätzen, dass meine Histamin-Intoleranz nur in Schwankungen auftritt. Das heißt, ich kann viele Monate lang ganz normal Essen bevor mein Körper wieder Symptome zeigt. Daraufhin ernähre ich mich einige Wochen histaminarm und dann geht es wieder besser.

    Trotzdem wird mein Blog immer einen Schwerpunkt auf histaminarmen Rezepten haben, denn ich weiß wie schwierig es zu Beginn der Intoleranz ist, leckere histaminarme Rezepte zu finden.
  2. Der Frühling naht! Auf welche 3 Lebensmittel freust du dich am meisten und wieso?

    Das kann ich sehr leicht beantworten, denn natürlich bezieht sich das auch zum großen Teil auf meine Histamin-Intoleranz. Ich freue mich besonders auf Rhabarber, Spargel und Erdbeeren.

    Erdbeeren sind leider mit Histamin-Intoleranz überhaupt nicht verträglich, aber seit gut zwei Jahren kann ich sie in Maßen wieder essen. Der Verzicht gehörte zu den schwersten, die ich in meiner Hochphase der Histamin-Intoleranz in Kauf nehmen musste, daher liebe ich sie jetzt umso mehr. Gekauft werden die Erdbeeren aber natürlich erst, wenn sie auch regional verfügbar sind und am liebsten direkt vom Feld 😉

    Darüber hinaus freue ich mich auf Rhabarber und Spargel, weil beides histaminarme Lebensmittel sind und ich sie erst im Laufe der Histamin-Intoleranz wirklich hab schätzen gelernt. Nach der Winterzeit, die nur sehr wenig histaminarme Gemüse- und Obstsorten bereithält, sind Rhabarber und Spargel daher stets ein Lichtblick auf meinem Speiseplan.
  3. Die Schwaben lieben ihre Maultaschen und Spätzle ganz arg und könnten auf diese nicht verzichten. Gibt es typische Gerichte aus der Kölschen Küche, die man bei einem Köln-Besuch unbedingt probieren muss?

    Spannende Frage, denn geschmackstechnisch gehöre ich wohl lieber ins Schwabenland, denn auch ich liebe Maultaschen und Spätzle.

    Zu den typisch kölschen Gerichten die ich selbst gern esse gehört der „Halve Hahn“ (ein Roggenbrötchen mit einer dicken Scheibe Gouda). Dabei habe ich schon viele Touristen im Brauhaus sitzen sehen, die sehr verdattert aussahen als ihnen der „Köbes“ (Kellner) statt eines halben Hähnchens „nur“ ein Brötchen mit Käse vorgesetzt hat.

    „Rievkooche“ (Reibekuchen) oder „Klatschkies met Quallmänner“ (Gebackene Kartoffel mit Quark) esse ich auch sehr gern. Darüber hinaus gehört aber natürlich der Rheinische Sauerbraten zu einem echten kölschen Brauhausbesuch oder auch die „Flönz“ (Blutwurst), die beim Gericht „Himmel un Äd“ (Kartoffelbrei mit Äpfeln) als „Höll“ (Hölle) traditionell noch oben drauf kommt.

    Ein Besuch im Brauhaus gehört also zu jedem Köln-Besuch, denn nicht nur das Essen ist wirklich spannend, auch der „Köbes“ (Kellner) ist in Köln wirklich sehr speziell und hat seine ganz eigene Art mit den Gästen umzugehen 😉 am besten einfach mal ausprobieren und Köln besuchen!

Vielen Dank Daniela für dieses aufschlussreiche Interview!

Ich muss zugeben, dass auch ich im Brauhaus mit einem halben Hühnchen gerechnet hätte 😀

Wenn ihr nun denkt, dass ihr auf „danielas foodblog“ nichts zu suchen habt, weil ihr keine Histamin-Intoleranz habt, dann irrt ihr euch gewaltig! Man kann dort viele leckere Gerichte entdecken und es ist mit Sicherheit für jeden etwas dabei.

Falls ihr euch gefragt habt, was Daniela da z.B. auf ihrem Foto in den Händen hält: ein Minztörtchen mit Apfelgelee. Unbedingt ausprobieren möchte ich diese glutenfreie Walnusstarte mit Birnensorbet und diese schnell zubereitete Toblerone Mousse.

Für die herzhafte Fraktion unter euch habe ich diese Paprika-Möhren-Waffeln und – weil ja die Bärlauchsaison schon quasi vor der Tür steht – diese Feta-Bärlauch-Muffins ausgesucht. Aber stöbert doch einfach selbst ein wenig bei Daniela herum! Falls ihr euch speziell für das Thema Histamin-Intoleranz interessiert, könnt ihr auch bei ihrem histamin-frei-day schauen!

A presto
Elena

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.